Mechaniker mit Schraubenschlüssel vor einem Auto mit geöffneter Motorhaube beim Werkstatttermin zum Rückruf an der Lenkung

Tipps & Tricks

Rückruf der Lenkgetriebe-Schraube: Ist Ihr VW, Audi, Seat oder Škoda betroffen?

Eine rostige Schraube am Lenkgetriebe ist der Grund für einen großen Rückruf bei VW, Audi, SEAT und Škoda. Welche Modelle betroffen sind, wie Sie Ihr Fahrzeug prüfen können und wie der kostenlose Austausch abläuft, erfahren Sie in unserem Beitrag.

Seit Mitte September 2026 rufen Volkswagen, Audi, SEAT und Škoda weltweit rund 4,6 Millionen Fahrzeuge in die Werkstatt zurück, davon etwa 1,37 Millionen in Deutschland. Es ist einer der größten Rückrufe der vergangenen Jahre. Die Ursache ist vergleichsweise klein: eine Befestigungsschraube am Lenkgetriebe, die über die Jahre korrodieren und im Extremfall abreißen kann. Betroffen sind unter anderem der VW Tiguan, Touran und Caddy, der Audi Q3, der SEAT Ateca und Tarraco sowie die Škoda-Modelle Octavia, Superb, Karoq und Kodiaq.

Bislang sind in Deutschland keine Sach- oder Personenschäden bekannt, die auf den Mangel zurückzuführen sind. Der Rückruf erfolgt vorsorglich, und der Austausch der Schraube ist für betroffene Fahrzeughalter kostenlos. In diesem Beitrag erklären wir, wie groß das Sicherheitsrisiko ist, welche Modelle und Baujahre betroffen sind und wie Sie prüfen können, ob Ihr Fahrzeug zum Rückruf gehört.

Was macht das Lenkgetriebe?

Das Lenkgetriebe ist das Bindeglied zwischen Lenkrad und Vorderrädern. Es wandelt die Drehbewegung des Lenkrads in eine seitliche Bewegung einer quer liegenden Stange um, der sogenannten Zahnstange. Diese Bewegung wird über die Spurstangen auf die Räder übertragen. So lässt sich die Fahrtrichtung gezielt steuern.

Das Lenkgetriebe sitzt im vorderen Bereich des Fahrzeugs und ist fest mit dem Vorderachsträger verschraubt. Diese Befestigung muss hohen Belastungen standhalten, denn beim Lenken wirken erhebliche Kräfte, insbesondere beim Rangieren und Einparken. Die Befestigungsschrauben sorgen dafür, dass das Lenkgetriebe sicher an seinem Platz bleibt. Genau eine dieser Befestigungsschrauben steht im Mittelpunkt des aktuellen Rückrufs.

Lenkungsausfall durch rostige Schraube: Wie groß ist das Risiko?

Bisher sind in Deutschland keine Unfälle oder Sach- und Personenschäden bekannt, die auf den Mangel zurückzuführen sind. Der Rückruf erfolgt vorsorglich. Dennoch ist das Problem sicherheitsrelevant, denn im schlimmsten Fall kann die beschädigte Befestigung die Lenkfunktion beeinträchtigen.

Wie wahrscheinlich ist ein Schaden?

Volkswagen geht davon aus, dass bei etwa einem Prozent der einbestellten Fahrzeuge die Schraube bereits kritisch korrodiert sein könnte. Welche Fahrzeuge das sind, lässt sich von außen jedoch nicht erkennen. Die Korrosion entwickelt sich über Jahre und unbemerkt, weshalb ältere Fahrzeuge, die viele Winter auf gestreuten Straßen unterwegs waren, eher betroffen sein können als junge. Es werden jedoch alle Fahrzeuge innerhalb der betroffenen Bauzeiträume einbestellt, nicht nur solche, bei denen bereits ein Schaden vermutet wird.

Kann ich bis zum Werkstatttermin weiterfahren?

Nach Angaben des Herstellers können betroffene Fahrzeuge bis zum Werkstatttermin grundsätzlich weiter genutzt werden. Trotzdem sollten Sie den Rückruf ernst nehmen und den Austausch zeitnah vereinbaren, denn es handelt sich um eine sicherheitsrelevante Maßnahme, die vom Kraftfahrt-Bundesamt überwacht wird. Gerade vor dem Winter, wenn wieder gestreut wird, lohnt es sich, nicht zu lange zu warten.

Gibt es Warnzeichen?

Die Korrosion selbst ist von außen in der Regel nicht erkennbar. Achten Sie aber auf ungewöhnliche Geräusche aus dem Bereich der Vorderachse oder Auffälligkeiten beim Lenken. In diesem Fall sollten Sie laut Volkswagen nicht weiterfahren: Stellen Sie das Fahrzeug an einer sicheren Stelle ab und kontaktieren Sie umgehend Ihre Werkstatt.

Welche Modelle sind vom Rückruf betroffen?

Weil dieselbe Verschraubung in vielen Modellen des Volkswagen-Konzerns verbaut ist, laufen vier Rückrufaktionen parallel. Jede Marke führt sie unter einem eigenen Rückrufcode.

Marke und Rückrufcode

Modelle und Bauzeitraum

Volkswagen und VW Nutzfahrzeuge (48VS)

Golf Variant, Golf Sportsvan, Tiguan, Tiguan Allspace, Touran, Caddy; gebaut vom 24.09.2013 bis 01.07.2024

Audi (48LG)

Q3; gebaut vom 31.10.2017 bis 23.05.2024

SEAT (48T7)

Ateca, Tarraco; gebaut von April 2016 bis September 2024

Škoda (48LS)

Octavia, Superb, Karoq, Kodiaq; gebaut von November 2015 bis August 2026

Wichtig zu wissen:

  • Nicht jedes Fahrzeug ist betroffen: Innerhalb der genannten Modelle und Zeiträume wurden verschiedene technische Ausführungen verbaut, von denen nur bestimmte vom Rückruf erfasst sind. Verbindlich klären lässt sich das nur über die Fahrzeug-Identifizierungsnummer (FIN).
  • Das Baudatum zählt, nicht die Erstzulassung: Ein Fahrzeug wird oft einige Wochen oder Monate vor der Erstzulassung gebaut. Liegt Ihre Erstzulassung knapp außerhalb des Zeitraums, kann Ihr Fahrzeug trotzdem betroffen sein.
  • Golf: In der Rückrufdatenbank des KBA ist der Golf aufgeführt, eingegrenzt auf Golf Variant und Golf Sportsvan. Der Golf mit Fließheck gehört nach aktuellem Stand nicht dazu.
  • Auch junge Škoda-Modelle: Bei Škoda reicht der Bauzeitraum bis August 2026. Betroffen sein können also auch Fahrzeuge, die erst wenige Monate alt sind.

Insgesamt sind in Deutschland rund 1,37 Millionen Fahrzeuge betroffen, davon allein knapp 896.000 Volkswagen. Das Kraftfahrt-Bundesamt führt die Rückrufe unter den Referenznummern 17016R (VW), 17014R (Audi), 17017R (SEAT) und 17091R (Škoda) und überwacht ihre Umsetzung. Den Rückrufcode finden Sie im Schreiben des Herstellers. Er hilft bei der Terminvereinbarung in der Werkstatt.

FIN-Check: Ist mein Auto vom Rückruf betroffen?

Ob ein Fahrzeug zum Rückruf gehört, hängt nicht nur von Modell und Baujahr ab. Verbindlich klären lässt sich das nur über die Fahrzeug-Identifizierungsnummer (FIN). Es gibt mehrere Wege, an diese Information zu kommen.

1. Das Schreiben des Herstellers

Halter betroffener Fahrzeuge werden vom Hersteller per Post informiert. Die Anschriften stammen aus dem Zentralen Fahrzeugregister des Kraftfahrt-Bundesamts. Im Schreiben finden Sie den Rückrufcode Ihrer Marke:

  • Volkswagen und VW Nutzfahrzeuge: 48VS
  • Audi: 48LG
  • SEAT: 48T7
  • Škoda: 48LS

Da die Briefe nach und nach verschickt werden, kann es eine Weile dauern, bis Sie Post erhalten. Sie müssen aber nicht darauf warten, sondern können Ihr Fahrzeug auch vorher prüfen lassen.

2. Online-Prüfung des Herstellers

Ob Ihr Fahrzeug betroffen ist, können Sie auch selbst online prüfen. Der Volkswagen-Konzern bietet dafür eine zentrale FIN-Abfrage für die Marken Volkswagen, Audi, SEAT und Škoda an:

https://product-pass.online/data-regulation/recall

Geben Sie dort einfach Ihre 17-stellige FIN ein und Sie erhalten direkt eine Rückmeldung. Ist Ihr Fahrzeug betroffen, vereinbaren Sie anschließend gerne einen Termin bei uns.

Wo finde ich die FIN?

  • in der Zulassungsbescheinigung Teil I (Fahrzeugschein), Feld E
  • von außen sichtbar unten an der Windschutzscheibe
  • auf dem Typenschild, meist an der Türsäule

3. Prüfung über die FIN beim Servicepartner

Sie möchten die Prüfung lieber abgeben oder haben Fragen? Dann senden Sie uns Ihre FIN einfach über unser Kontaktformular, wir prüfen den Status für Sie und melden uns bei Ihnen. Ist Ihr Fahrzeug betroffen, können wir dabei gleich einen Werkstatttermin mit Ihnen abstimmen. Alternativ können Sie auch direkt einen Termin vereinbaren.

4. Die Rückrufdatenbank des KBA

In der Rückrufdatenbank des Kraftfahrt-Bundesamts (KBA) können Sie nach Marke, Modell, Baujahr oder Rückrufcode suchen. Beachten Sie aber: Die Datenbank zeigt nur, dass es für ein Modell einen Rückruf gibt. Ob Ihr eigenes Fahrzeug betroffen ist, erfahren Sie dort nicht.

5. Die Hotlines der Hersteller

Bei Fragen zur Rückrufaktion erreichen Sie die Hersteller unter folgenden Nummern:

  • Volkswagen: 0800 8655 792 436
  • Audi: 0800 2834 7378 423
  • SEAT: 06150 1079991
  • Škoda: 0800 4424 244

Gebrauchtwagen gekauft?

Das Herstellerschreiben geht an den Halter, der beim KBA eingetragen ist. Haben Sie Ihr Fahrzeug erst kürzlich gekauft oder umgemeldet, kommt der Brief möglicherweise nicht bei Ihnen an. Prüfen Sie in diesem Fall selbst über die FIN, ob Ihr Fahrzeug betroffen ist. Ob der Rückruf bereits durchgeführt wurde, sehen Sie im Serviceheft oder im digitalen Serviceplan, dort wird die erledigte Maßnahme eingetragen. Fahrzeuge aus unserem Bestand werden, wie vom Hersteller vorgesehen, vor der Auslieferung auf offene Rückrufe geprüft.

Rückruf in der Werkstatt: So läuft der Schraubentausch ab

Der Austausch der Schraube ist für Sie unkompliziert und kostenlos. Durchgeführt wird er in einem autorisierten Servicebetrieb Ihrer Fahrzeugmarke.

Termin vereinbaren

Vereinbaren Sie einen Werkstatttermin und nennen Sie dabei, falls vorhanden, den Rückrufcode aus dem Herstellerschreiben. Liegt Ihnen noch kein Schreiben vor, können Sie mit der FIN prüfen lassen, ob Ihr Fahrzeug betroffen ist.

Prüfung des Fahrzeugs

Vor dem Austausch gleicht die Werkstatt anhand der FIN ab, ob Ihr Fahrzeug zur Rückrufaktion gehört und ob die Maßnahme bereits durchgeführt wurde.

Austausch der Befestigungsschraube

Anschließend wird die betroffene Schraube ausgebaut und durch eine neue ersetzt. Der Austausch erfolgt vorsorglich bei jedem betroffenen Fahrzeug, unabhängig vom Zustand der alten Schraube. Die neue Schraube wird nach den Herstellervorgaben befestigt, damit das Lenkgetriebe sicher an seinem Platz bleibt.

Dokumentation der Reparatur

Nach dem Austausch wird die Maßnahme im digitalen Serviceplan oder im Serviceheft Ihres Fahrzeugs eingetragen. So ist jederzeit nachvollziehbar, dass der Rückruf erledigt wurde, etwa bei einem späteren Verkauf.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Austauschdauer: etwa 30 Minuten
  • Kosten: kostenlos für betroffene Fahrzeughalter
  • Mitbringen: Rückrufschreiben, falls vorhanden, und Fahrzeugschein

Übergangsschraube: Wer noch einmal in die Werkstatt muss

Zu Beginn des Rückrufs war die neue Schraube mit verbessertem Korrosionsschutz noch nicht in ausreichender Menge verfügbar. Bei einem Teil der Fahrzeuge wurde deshalb zunächst eine neue Schraube des bisherigen Typs eingebaut. Diese Fahrzeuge müssen noch einmal in die Werkstatt, sobald die endgültige Schraube verfügbar ist. Erst dann gilt der Rückruf als abgeschlossen. Der zweite Termin ist ebenfalls kostenlos, Ihre Werkstatt meldet sich dafür bei Ihnen.

Inzwischen verbaut Volkswagen nur noch die endgültige Schraube. Da sie weiterhin nur begrenzt verfügbar ist, vergeben Werkstätten die Termine schrittweise je nach vorhandenen Teilen. Vereinbaren Sie deshalb unbedingt vorab einen Termin, damit die Schraube für Ihr Fahrzeug bereitliegt.

Mechaniker prüft beim Rückruf die Lenkgetriebe-Schraube am Unterboden eines Autos mit einer Taschenlampe
Ist Ihr Fahrzeug betroffen? Wir prüfen das für Sie.

(*Pflichtfeld)

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FAQ

Häufig gestellte Fragen rund um die Rückrufaktion

Zum aktuellen Rückruf der Lenkgetriebe-Schraube erreichen uns viele Fragen. Die wichtigsten haben wir hier für Sie zusammengefasst.