Laufende Kosten: Was kostet welches Auto im Alltag?
Der Kaufpreis ist nur ein Teil der tatsächlichen Autokosten. Entscheidend ist auch, was Ihr Fahrzeug im laufenden Betrieb kostet. Gerade bei den laufenden Kosten können sich Elektroauto, Hybrid und Diesel deutlich voneinander unterscheiden. Zu den wichtigsten Kostenpunkten gehören Energie und Kraftstoff, Wartung und Verschleiß, Versicherung, Reparaturen sowie die Kfz-Steuer. Wie hoch die einzelnen Ausgaben ausfallen, hängt dabei wieder nicht nur von der Antriebsart ab, sondern auch von den Rahmenbedingungen.
Energie und Kraftstoffkosten
Bei einem Elektroauto entstehen anstelle klassischer Kraftstoffkosten Stromkosten. Wie günstig das Fahren damit tatsächlich ist, hängt vor allem davon ab, wo und zu welchem Preis Sie laden. Wer überwiegend zu Hause lädt, hat meist deutlich bessere Voraussetzungen als jemand, der regelmäßig auf öffentliche Schnellladesäulen angewiesen ist.
Beispielrechnung, Stand August 2026
Ein Elektroauto mit einem Verbrauch von etwa 15 kWh pro 100 Kilometer: Bei einem Strompreis von rund 0,35 Euro pro kWh entstehen dadurch etwa 5,25 Euro Energiekosten pro 100 Kilometer. Zum Vergleich: Ein Diesel mit einem Verbrauch von 4,8 Litern pro 100 Kilometer kommt bei einem aktuellen Preis von rund 2,27 Euro pro Liter auf etwa 10,90 Euro pro 100 Kilometer. Der Dieselpreis lag in Deutschland Mitte August 2026 bei rund 2,27 Euro pro Liter und damit deutlich über dem Niveau der vergangenen Monate.
Die Rechnung ist bewusst nur als Beispiel zur Einordnung gedacht. Sowohl Strom- als auch Kraftstoffpreise können sich schnell verändern, und auch der tatsächliche Verbrauch hängt vom Fahrzeug, der Fahrweise, der Außentemperatur und der Strecke ab. Gerade beim Diesel können schon wenige Cent Unterschied beim Literpreis die Kosten pro 100 Kilometer spürbar verändern. Beim Elektroauto kommt zusätzlich der Unterschied zwischen den verschiedenen Lademöglichkeiten hinzu. Wer zu Hause mit einem günstigen Stromtarif lädt, kann die Energiekosten deutlich unter dem Beispielwert halten. Wer dagegen ausschließlich öffentliche Schnellladesäulen nutzt, zahlt häufig mehr. Der Preisvorteil des Elektroautos hängt deshalb nicht nur vom Verbrauch, sondern auch von der eigenen Ladesituation ab.
Beim Hybrid entscheidet vor allem die Nutzung darüber, wie günstig der Antrieb tatsächlich ist. Ein regelmäßig geladener Plug-in-Hybrid kann viele alltägliche Fahrten elektrisch zurücklegen und dadurch vergleichsweise niedrige Energiekosten erreichen. Wird die Batterie dagegen nur selten geladen, wird der Verbrennungsmotor häufiger genutzt und der Vorteil des elektrischen Antriebs fällt entsprechend kleiner aus. Beim Diesel sind die niedrigen Verbrauchswerte vor allem gegenüber anderen Verbrennungsmotoren ein Vorteil. Wie wirtschaftlich er tatsächlich ist, hängt jedoch stark vom Kraftstoffpreis und von der jährlichen Fahrleistung ab. Bei den derzeit hohen Dieselpreisen fällt der Kostenunterschied zum Elektroauto bei vergleichbaren Verbrauchswerten entsprechend deutlich aus.
Wartung und Verschleiß
Auch bei Wartung und Verschleiß unterscheiden sich die Antriebsarten. Elektroautos benötigen beispielsweise keinen klassischen Ölwechsel und besitzen aufgrund ihres vergleichsweise einfachen Antriebs weniger bewegliche Teile. Bestimmte Wartungsarbeiten entfallen dadurch oder werden seltener notwendig. Das kann sich über mehrere Jahre in niedrigeren Werkstattkosten bemerkbar machen. Allerdings bedeutet ein Elektroauto nicht, dass keinerlei Wartungs- oder Verschleißkosten entstehen. Reifen, Bremsen, Fahrwerk, Klimaanlage und weitere Komponenten müssen ebenfalls kontrolliert und bei Bedarf gewartet oder ersetzt werden. Durch die Möglichkeit der Rekuperation können die mechanischen Bremsen allerdings teilweise weniger stark beansprucht werden.
Hybridfahrzeuge kombinieren zwei Antriebssysteme miteinander. Dadurch bleibt ein Teil des Wartungsaufwands eines Verbrennungsmotors bestehen, während gleichzeitig zusätzliche Komponenten des elektrischen Antriebs vorhanden sind. Bei einem Plug-in-Hybrid kommen außerdem die Ladeelektronik und die größere Batterie hinzu. Insgesamt kann der Wartungsaufwand daher zwischen einem reinen Elektroauto und einem klassischen Verbrenner liegen, wobei das konkrete Modell auch hier wieder entscheidend ist.
Beim Diesel fallen die typischen Wartungsarbeiten eines Verbrennungsmotors an. Dazu gehören unter anderem Öl- und Filterwechsel sowie weitere turnusmäßige Arbeiten. Je nach Fahrzeug können zusätzliche Komponenten wie Abgasnachbehandlung oder Turbolader bei Wartung und Reparaturen eine Rolle spielen.
Versicherung, Reparaturen und Kfz-Steuer
Auch Versicherung und mögliche Reparaturen gehören zu den laufenden Kosten. Bei der Versicherung lässt sich allerdings kein pauschaler Vorteil für eine bestimmte Antriebsart ableiten, denn auch hier spielen die individuellen Faktoren wieder eine große Rolle. Ähnlich sieht es bei Reparaturen aus. Ein Elektroauto besitzt zwar weniger klassische Motorbauteile, dafür können bestimmte elektrische Komponenten oder die Batterie im Defektfall kostenintensiv sein. Bei Hybridfahrzeugen ist die Technik ebenfalls komplexer, da zwei Antriebssysteme miteinander kombiniert werden. Wie hoch die tatsächlichen Reparaturkosten ausfallen, lässt sich deshalb nicht allein anhand der Antriebsart beurteilen.
Bei der Kfz-Steuer gibt es dagegen einen klaren Unterschied. Reine Elektroautos, die bis zum 31. Dezember 2030 erstmals zugelassen werden, sind für bis zu zehn Jahre von der Kfz-Steuer befreit. Die Steuerbefreiung endet spätestens am 31. Dezember 2035. Für Diesel und andere Verbrenner fällt dagegen grundsätzlich Kfz-Steuer an. Die genaue Höhe hängt unter anderem vom Hubraum und den CO₂-Emissionen des Fahrzeugs ab. Bei einem klassischen Diesel mit zwei Litern Hubraum können dadurch schnell mehrere hundert Euro pro Jahr zusammenkommen.
Plug-in-Hybride profitieren nicht von der zehnjährigen Steuerbefreiung für reine Elektrofahrzeuge. Sie werden grundsätzlich nach den für Verbrenner geltenden Regeln besteuert. Aufgrund ihrer niedrigeren CO₂-Emissionswerte kann die Kfz-Steuer bei einem Plug-in-Hybrid allerdings geringer ausfallen als bei einem vergleichbaren reinen Verbrenner.